Ist Laufen gut für dich? Vorteile, Risiken und wie oft du laufen solltest

Sport und Aktivitäten

Laufen bietet wissenschaftlich belegte Vorteile für das Herz-Kreislauf-System, Gelenke und die mentale Gesundheit und kann deine Lebenserwartung erhöhen. Erfahre von Expert:innen, wie du sicher laufen kannst.

Letzte Aktualisierung: 12. Januar 2026
8 Min. Lesezeit
Ist Laufen gut für dich?

Die kurze Antwort: Ja.

Studien zeigen immer wieder, dass Laufen und Joggen gut für die Gesundheit sind. Als eine Form des aeroben Trainings unterstützt Laufen die kardiovaskuläre Gesundheit, fördert das mentale Wohlbefinden, stärkt Knochen und Gelenke und kann sogar die Lebenserwartung erhöhen. Und du musst weder weit noch schnell laufen, um von diesen Vorteilen zu profitieren.

Oft wird gefragt, ob es sinnvoll ist, jeden Tag zu laufen. Wie bei den meisten Themen im Bereich Fitness und Training hängt die Antwort von Faktoren wie Trainingserfahrung, Intensität, Regeneration und allgemeinem Fitnesslevel ab.

Auf einen Blick: Ist Laufen gut für dich?

  • Stärkt das Herz-Kreislauf-System und die aerobe Fitness
  • Unterstützt die Gesundheit der Gelenke, einschließlich der Knie
  • Wirkt sich positiv auf die mentale Gesundheit, Stresslevel und Stimmung aus
  • Kann die Körperzusammensetzung und die Stoffwechselgesundheit verbessern
  • Baut Muskulatur auf und sorgt für Core-Kräftigung
  • Wird mit einem geringeren Sterberisiko und einer höheren Lebenserwartung in Verbindung gebracht
  • Leicht zugänglich und kostengünstig, du brauchst kaum Equipment

Laufen ist außerdem eine der einfachsten Möglichkeiten, eine regelmäßige Bewegungsroutine aufzubauen Alles, was du brauchst, sind gute Schuhe und ein sicherer Ort zum Laufen.

Viele Menschen wissen nicht, dass die positiven Effekte des Laufens auf Körper und Geist noch stunden- oder sogar tagelang nach einem Training anhalten. Das sagen Forschungsergebnisse und Expert:innen.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Schon einmal pro Woche zu laufen wird mit gesundheitlichen Vorteilen und einer höheren Lebenserwartung in Verbindung gebracht.
  • Langsam aufgebautes, regelmäßiges Laufen kann die Knochendichte und die Gesundheit der Gelenke verbessern.
  • Beim Laufen profitieren mehr als nur Muskeln und Lunge, auch die Gesundheit von Darm und Leber werden unterstützt.
  • Regelmäßiges Laufen oder Gehen steht in engem Zusammenhang mit einer besseren Stimmung und weniger Stress.
  • Du musst nicht jeden Tag laufen, um Ergebnisse zu sehen.

Vorteile von Laufen für die Gesundheit

1. Laufen kann dir helfen, länger zu leben

In Bezug auf die Lebenserwartung zählt Laufen zu den effektivsten Trainingsformen. Eine häufig zitierte Studie aus dem Jahr 2017, die in der Fachzeitschrift Progress in Cardiovascular Diseases veröffentlicht wurde, fand heraus, dass Läufer:innen ein deutlich geringeres Risiko einer vorzeitigen Sterblichkeit haben und gut und gerne drei Jahre länger leben als Menschen, die nicht laufen.

Dieser Effekt hängt vermutlich damit zusammen, dass Laufen mehrere Risikofaktoren für chronische Erkrankungen positiv beeinflusst, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und bestimmte Krebsarten. Laufen als Teil einer regelmäßigen Trainingsroutine verbessert die Herz-Kreislauf-Gesundheit, erhöht den VO₂-max-Wert und hilft dabei, die Ruheherzfrequenz zu senken.

Wichtig zu wissen ist, dass du nicht jeden Tag laufen musst. Eine Metaanalyse im British Journal of Sports Medicine aus dem Jahr 2020 ergab, dass schon einmal Laufen pro Woche mit einer deutlich geringeren Gesamtsterblichkeit im Zusammenhang steht.

„Das Gute daran ist, dass die lebensverlängernde Wirkung einer Sportart wie dem Laufen in jedem Alter erkennbar ist“, sagt Neel Anand, M.D., Professor für orthopädische Chirurgie am Cedars-Sinai-Krankenhaus. „Wenn man gesund bleiben und länger leben möchte, sollte man sich bewegen.“

2. Laufen unterstützt die Gesundheit der Gelenke (ja, selbst die deiner Knie)

Viele Laufanfänger:innen fragen sich, ob Laufen schlecht für die Knie ist. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass das Gegenteil der Fall ist.

Eine Studie aus dem Jahr 2018 im The Journal of Bone & Joint Surgery ergab, dass Langstreckenläufer:innen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung seltener an Hüft- und Kniearthrose leiden. Eine Studie aus dem Jahr 2020 in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Skeletal Radiology stellte zudem Verbesserungen im Knieknorpel und Knochenmark fest, die bei Läufer:innen auch sechs Monate nach ihrem ersten Wettkampf anhielten.

Laut Alessio Bricca, Ph.D., von der University of Southern Denmark sind schrittweise Steigerungen des Laufvolumens entscheidend.

„Der Glaube, dass Sportarten wie Laufen Knorpel beschädigen, basiert auf Fehlinformationen“, sagt er. „Korrekt ausgeführte Übungen können sogar bei Menschen mit Osteoarthritis am Knie die Knorpelzusammensetzung verbessern.“

Laufen hilft auch, die Knochendichte zu erhalten, was mit zunehmendem Alter immer wichtiger wird.

3. Laufen unterstützt eine gesunde Darmfunktion

Laufen wirkt sich nicht nur auf deine Muskeln und dein Herz aus. Es beeinflusst auch das Darmmikrobiom, das eine wichtige Rolle bei Verdauung, der Immunfunktion, der Stimmung und der Herz-Kreislauf-Gesundheit spielt.

Eine Studie aus dem Jahr 2019 in Physiological Reports ergab, dass Ausdauerläufe während und nach dem Training messbare Veränderungen der Darmbakterien bewirkten. Laut Mary Purdy, R.D.N., Autorin von The Microbiome Reset Diet, können diese Veränderungen mehrere Körpersysteme betreffen.

„Was in unserem Mikrobiom geschieht, beeinflusst fast jede unserer körperlichen Funktionen“, sagt sie. „Stellen Sie es sich als ein Ökosystem vor, das Sie je nach Ihren Bewegungsgewohnheiten unterstützen oder schwächen können.“

4. Laufen unterstützt die Leber- und Stoffwechselgesundheit

Laufen kann zum Schutz vor einer metabolisch bedingten Fettlebererkrankung beitragen, von der etwa 25 % der Weltbevölkerung betroffen sind.

In einer 2020 in Alimentary Pharmacology & Therapeutics veröffentlichten Studie absolvierten die Teilnehmenden kurze Cardio-Einheiten mit einer Dauer von etwa 10 Minuten. Nach 12 Wochen stellten die Forschenden deutliche Verbesserungen bei Leberwerten und der aeroben Leistungsfähigkeit fest.

Diese Forschungsergebnisse unterstreichen, dass lange tägliche Trainingseinheiten nicht notwendig sind, um Vorteile zu erzielen. Schon kurze Lauf- oder Joggingeinheiten können die Stoffwechselgesundheit positiv beeinflussen.

5. Laufen kann dabei helfen, Stress und das Burnout-Risiko zu reduzieren

Die Vorteile des Laufens für die psychische Gesundheit sind weithin bekannt. Regelmäßiges aerobes Training wird mit geringeren Raten von Depression und Angstzuständen, besserer Stimmung und einer verbesserten Fähigkeit zur Stressregulation in Verbindung gebracht.

Eine in PeerJ veröffentlichte Studie ergab, dass kardiovaskuläres Training, darunter auch Laufen, die psychische Belastung und emotionale Erschöpfung bei Menschen mit arbeitsbedingtem Burnout reduzierte. Die Teilnehmer:innen trainierten dreimal pro Woche 30 Minuten lang, und schon nach drei Wochen zeigten sich Verbesserungen.

Wenn du dich mental erschöpft oder emotional ausgelaugt fühlst, können ein paar kurze Läufe pro Woche helfen, Fokus und Energie zurückzugewinnen.

Häufige Risiken beim Laufen und wie du sie vermeidest

Laufen ist gesund, aber zu viel zu früh erhöht das Verletzungsrisiko, vor allem wenn du täglich läufst, besonders ohne ausreichend zu regenerieren oder einem strukturierten Trainingsplan zu folgen.

Zu den häufigsten Risiken gehören:

  • Überlastungsverletzungen wie das Schienbeinkantensyndrom (Shin Splints), Stressfrakturen und Sehnenentzündungen
  • Reizungen von Gelenken oder Sehnen
  • Erschöpfung und Leistungsabfall durch unzureichende Regeneration

So reduzierst du das Risiko:

  • Erhöhe dein Laufpensum langsam und schrittweise
  • Wechsle Lauftage mit Ruhe- oder Crosstrainingstagen ab
  • Trage gut sitzende, stützende Laufschuhe
  • Achte auf ausreichend Schlaf und Erholung

Gerade am Anfang zählt: Höre auf die Signale deines Körpers.

So beginnst du sicher mit dem Laufen: Ein 4- bis 6-wöchiger Plan für Anfänger:innen

Wenn du dich fragst, ob tägliches Laufen sinnvoll ist: Für die meisten Einsteiger:innen lautet die Antwort nein. Regelmäßigkeit ist am Anfang wichtiger als Häufigkeit.

Woche 1 bis 2

  • Lauf-/Geh-Intervalle, 20 bis 25 Minuten
  • 3 Tage pro Woche

Woche 3 bis 4

  • Steigere die Laufzeit schrittweise
  • 3 bis 4 Tage pro Woche

Woche 5 bis 6

  • Laufe 20 bis 30 Minuten am Stück
  • Füge optional einen vierten lockeren Lauf hinzu

Pausen zwischen den Lauftagen geben deinem Körper Zeit, sich an jede Einheit anzupassen.

FAQ: Vorteile von Laufen für die Gesundheit

Wie viel Laufen pro Woche ist gesund?

Die meisten Studien zeigen, dass 75 bis 150 Minuten Laufen mit moderater Intensität pro Woche deutliche Vorteile bringen. Gehen und Joggen sind Alternativen mit niedriger Intensität.

Ist es ungesund, jeden Tag zu laufen?

Nicht unbedingt, aber viele Menschen profitieren von Erholungstagen, um das Verletzungsrisiko zu reduzieren und die Regeneration zu unterstützen.

Ist Laufen gut oder schlecht für die Knie?

Wird das Training schrittweise gesteigert, ist Laufen in der Regel gut für die Gelenkgesundheit und nicht mit höheren Raten von Kniearthrose oder Verletzungen verbunden.

Ist Laufen besser als Gehen?

Sowohl Laufen als auch Gehen haben gesundheitliche Vorteile. Laufen bietet größere aerobe Vorteile in kürzerer Zeit, während Gehen den Körper weniger belastet.

Kann Laufen zu einem längeren Leben beitragen?

Ja. Studien zeigen immer wieder, dass Laufen mit einem geringeren Sterberisiko und einer höheren Lebenserwartung in Verbindung steht.

Ist Laufen gut für dich?

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Ursprünglich erschienen: 12. Januar 2026