Bis zu 30 % Rabatt. Unsere Angebote zum Saisonende sind da. Jetzt entdecken

The Original Wild One

Es ist kurz nach Mitternacht in der Sierra. Die Luft ist warm, die Felswände strahlen noch immer die Hitze des Tages aus. Auf dem Trail über Auburn in Kalifornien ist es still – abgesehen vom rhythmischen Hufschlag und dem sanften Getrappel von Laufschuhen. Pferd und Reiter wirbeln Staub auf und hinterlassen einen Trampelpfad, auf dem der Läufer Andy Gonzales ihnen folgt. Kein Licht, keine Markierungen. Bei diesem Rennen leitet ihn sein Instinkt über einen Trail, der ihn zu einem unglaublichen Schicksal führen wird.

The Original Wild One


Es ist kurz nach Mitternacht in der Sierra. Die Luft ist warm, die Felswände strahlen noch immer die Hitze des Tages aus. Auf dem Trail über Auburn in Kalifornien ist es still – abgesehen vom rhythmischen Hufschlag und dem sanften Geräusch von Laufschuhen. Pferd und Reiter wirbeln Staub auf und hinterlassen einen Trampelpfad, auf dem der Läufer Andy Gonzales ihnen folgt. Kein Licht, keine Markierungen. Bei diesem Rennen leitet ihn sein Instinkt über einen Trail, der ihn zu einem unglaublichen Schicksal führen wird.

Das Rennen selbst war ein Experiment. Ein paar Ausdauer-Junkies dachten sich: "Wenn Pferde dieses unwegsame Gelände bezwingen können, schaffen wir Läufer:innen das auch." Es gab kein etabliertes System, kein Playbook zum Pacing oder Verschnaufen, wenig Infrastruktur für Läufer:innen. Diese Ungewissheit machte die Erfahrung ebenso aus, wie das anspruchsvolle Gelände. Als Andy im American Canyon ankam, trug er nur ein weites Flanellhemd, ein schlecht sitzendes Singlet, das herausgeschnittene Futter von Laufshorts und Nike Sportschuhe mit Waffelprofil. In dieser Nacht trugen ihn ein Paar Laufschuhe über einen Trail, der eigentlich für Pferde gedacht war.

The Original Wild One

Das Rennen selbst war ein Experiment. Ein paar Ausdauer-Junkies dachten sich: "Wenn Pferde dieses unwegsame Gelände bezwingen können, schaffen wir Läufer:innen das auch." Es gab kein etabliertes System, kein Playbook zum Pacing oder Verschnaufen, wenig Infrastruktur für Läufer:innen. Diese Ungewissheit machte die Erfahrung ebenso aus, wie das anspruchsvolle Gelände. Als Andy im American Canyon ankam, trug er nur ein weites Flanellhemd, ein schlecht sitzendes Singlet, das herausgeschnittene Futter von Laufshorts und Nike Sportschuhe mit Waffelprofil. In dieser Nacht trugen ihn ein Paar Laufschuhe über einen Trail, der eigentlich für Pferde gedacht war.

The Original Wild One

"Ehrlich gesagt wussten wir alle nicht, was wir da eigentlich taten", erinnert sich Andy.

Und trotzdem war er dort und rief einen damals noch namenlosen Sport ins Leben – in Schuhen, die für Asphalt konzipiert waren. Das Waffelprofil von Nike trotzte der Herausforderung. Die Schuhe waren griffig, hielten der Hitze stand und bewiesen gemeinsam mit Andy, dass Trails zum Laufen da sind.

In der Theorie war Andy Gonzales ein Niemand. Ein 22-jähriger Junge aus Colfax in Kalifornien ohne nennenswerte Vorgeschichte in Sachen Laufen oder Erfahrung mit so einer Distanz. Aber sein Weg zur Startlinie bahnte sich damals bereits langsam an. Erst wollte Andy "einfach was erleben", während er in Italien der United States Navy diente. Dieses Etwas entwickelte sich zum Streben nach besseren Leistungen und schließlich nach der Spitze. Als er nach Hause in die Sierra zurückkam, lief er nur, um zu sehen wie weit er kommen würde.

The Original Wild One
The Original Wild One

Eine seiner Teststrecken war der Stevens Trail außerhalb seines Heimatorts. Es war ein simples, aber hartes Workout: Etwa 6 Kilometer auf anspruchsvollem Gelände bis zur Nordgabelung des American River. Mal musste man schwimmen, mal den steilen South Bank Trail in Richtung Iowa Hill erklimmen. Die meisten Läufer:innen teilten sich diesen Lauf auf oder warteten auf kühleres Wetter. Andy lief einfach durch die Hitze. Er hatte nie Wasser dabei, machte selten am Fluss Pause. Mit der Zeit hatte der Canyon ihn geprägt.

Während seinem Training traf Andy zufällig einen Läufer, der ihm von einem Rennen am nächsten Tag erzählte – 160 Kilometer reinster Plackerei durch unwegsames Gelände, mehr als 5 Kilometer bergauf und fast 7 Kilometer bergab. Ein unerbittlicher Zyklus, der die Beine auf jede erdenkliche Weise fordern würde.

The Original Wild One
The Original Wild One

Das erste Jahr lockte eine kleine Gruppe von 16 Läufer:innen an, die sich von den harten Bedingungen nicht abschrecken ließen. Es war unfassbar heiß. Die Temperaturen lagen laut Bericht bei um die 42 Grad, im aufgeheizten Canyon fühle es sich eher wie 50 Grad an. Die Läufer:innen traten gemeinsam mit Pferden und ihren Reiter:innen an den Start. Sie mussten fast alles, was sie brauchten, selbst tragen. Andys Erinnerungen klingen im Nachhinein beinahe surreal: Wie er sich neben einem majestätischen Pferd durch den Schlamm kämpfte oder dabei zusah, wie der Trail den Athlet:innen alles abverlangte, bis sie schließlich nur noch ihrem Instinkt folgten.

Bei der Hälfte des Rennens waren 13 von 16 Läufer:innen bereits ausgeschieden. Von den übrigen drei schaffte es nur einer den Trail in unter 24 Stunden zu beenden. Andy Gonzales bezwang ihn in 22 Stunden und 57 Minuten.

The Original Wild One

Obwohl die Nike Sportschuhe, die er 1977 bei diesem Rennen trug, nicht für einen Ausdauerlauf über 160 Kilometer Berglandschaft konzipiert waren, hielten sie den Bedingungen nicht nur stand, sondern leisteten ihm großartige Dienste. Das bahnbrechende Waffelprofil von Bowerman bot Läufer:innen die perfekte Traktion um von Asphalt auf Gelände zu wechseln. Das war mit vorherigen Dämpfungen nicht möglich. Die Schuhe, die aus Bowermans unermüdlichem Streben nach einem federleichten Schuh mit optimaler Traktion entstanden, waren die perfekten Wegbegleiter für Andy, als er sich auf diesen schicksalsvollen Trail begab.

Ein Jahr später war der 160-km-Trail ein alleinstehendes Rennen, das ohne Pferde und im Juni stattfand. Noch heute ist es in der Ultramarathon-Community berühmt. Beim zweiten Mal nahmen 63 Läufer:innen teil, darunter 5 Frauen, und es gab mehr Verpflegungsstationen. Was als stoischer Beweis anfing, wurde langsam zu einem offiziellen Event.

The Original Wild One

Andy nahm wieder teil und gewann abermals – diesmal in nur 18 Stunden und 50 Minuten. Am Abend vor dem Rennen bemerkte Shannon Yewell Weil, Mitbegründerin des Ausdauerlaufs und die Reiterin, der er 1977 durch den Staub und die Dunkelheit gefolgt war, dass das Waffelprofil seiner Schuhe total abgelaufen war. Sie bot ihm ihre Sportschuhe mit Waffelprofil an. Er lief in ihnen. Er gewann in ihnen.

Andys erster Sieg war unwahrscheinlich gewesen. Der zweite Sieg beseitigte jeden Zweifel. Die Schuhe überstanden den Trail. Laut Shannon ist es nicht einfach ein Paar abgetragener Laufschuhe, sondern "ein Symbol für eine unglaubliche Erinnerung, eine Verbindung", aus der eine lebenslange Freundschaft und ein Stück Renngeschichte hervor gingen. Eine Kameradschaft, die 1977 im Dunkeln auf den letzten 25 Kilometern des Rennens entstand, als sie einander immer wieder einholten.

The Original Wild One

Andys Geschichte zeigt, dass wilde Entschlossenheit von innen kommt. Es gibt keine messbare Einheit für Ehrgeiz, kein Werkzeug, das den Instinkt ersetzen kann, keine Anzeige für Einsatzbereitschaft. Der einzige Beweis ist die Ziellinie. Es sind die Athlet:innen, die den Trail selbst im Dunkeln finden, die trotz der Hitze nicht aufgeben, die im zweiten Jahr zurückkehren und noch schneller sind.

Andy ist nicht nur den Trail gelaufen, er war einer der Ersten, die herausgefunden haben, was der Trail einem abverlangt.

Wilde Entschlossenheit bringt Athlet:innen zum Trail. Innovation unterstützt diese Entscheidung, indem sie darauf eingeht, sie fördert und die Erfahrung wiederholungswürdig macht.

The Original Wild One

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung der The Shannon Weil Collection und der Western States Trail Foundation.