Alle Positionen auf dem Volleyballfeld mit Erklärungen

Sport und Bewegung

Fragst du dich, wer alles auf dem Volleyballfeld steht? Hier erhältst du von Trainer:innen alle wichtigen Infos zu den verschiedenen Positionen beim Volleyball.

Letzte Aktualisierung: 22. August 2022
11 Min. Lesezeit
Was sind die Positionen beim Volleyball?

Bei all dem Springen, Blocken, Schmettern und ständigen Rufen auf dem Platz kann es für neue Volleyballfans schon mal etwas zu viel auf einmal werden. An Volleyballspielen sind 12 Spieler:innen beteiligt, die jeweils einen bestimmten Platz einnehmen und eine Rolle ausfüllen.

Auf beiden Seiten des Netzes ist das Volleyballfeld mit zwei waagerechten Linien in zwei Bereiche unterteilt. Sie werden als 3-Meter-Linien bezeichnet. In beiden Teams müssen drei Spieler:innen vor dieser Linie und drei hinter ihr anfangen.

Die drei Spieler:innen in der vorderen Reihe sind spezialisiert auf Blocken, wenn sie verteidigen. Und sie springen, schlagen und schmettern, wenn sie angreifen. Die Spieler:innen im hinteren Bereich sind Zuspieler:innen, Defensivspezialist:innen und der "Libero", dessen Trikot eine andere Farbe hat als die des restlichen Teams.

Wenn du weiter liest, erfährst du alles über diese Positionen – wie sie bezeichnet werden, was ihre Aufgaben sind und welche Arten von Spieler:innen sie besonders gut ausfüllen. Hier beschreiben Volleyball-Coaches das alles und sie gehen darauf ein, wie die Positionen auf dem Platz rotieren.

Was sind die Positionen beim Volleyball?

  1. 1.Zuspieler:in

    "Der Vergleich ist zwar ein bisschen klischeehaft, aber Zuspieler:innen könnte man etwa als Quarterbacks des Teams bezeichnen", sagt Brian Rosen, Trainerassistent des Frauenteams an der Creighton University. "Sie leiten die Angriffe ein. So sorgen dafür, dass sich die Spieler:innen an der richtigen Stelle befinden. Sie verteilen die Bälle. Und sie geben vor, wer im Spiel die Punkte erzielt."

    Spielzüge werden von den Zuspieler:innen mit Handsignalen oder Zahlen angekündigt, damit die anderen Spieler:innen im Team wissen, wo ihre Positionen sind und wie sie sich bewegen müssen, wenn der Ball gespielt wird.

    Wie Quarterbacks haben Zuspieler:innen eine Führungsposition in den Teams: "Sie leiten das Team an. Sie teilen ihren Mitspieler:innen mit, wo sie zu stehen haben und treffen auf dem Platz Entscheidungen, wenn es darum geht, wer angespielt wird und wer nicht", sagt David Heller, Head Coach für Frauenvolleyball an der Georgetown University.

    (Verwandter Artikel: Die Positionen beim American Football: Eine Einführung)

    Eine weitere Parallele zum Quarterback: Sie haben bei jedem Spielzug Ballkontakt und entscheiden, wo der Ball als nächstes hinkommt. Wenn der Ball über das Netz geschlagen wird, versucht ein oder eine Spieler:in, den Ball durch "Baggern" im Spiel zu halten. Außer in Fällen, wenn die/der Zuspieler:in die Person ist, die den Ball gebaggert hat. Dann ist Zuspieler:in, wer den nächsten Ballkontakt hat. Sie legen den Ball dann für eine/n der Angreifer:innen auf, die versuchen, zu schmettern und damit zu punkten.

    "Zuspieler:innen sind sehr gedankenschnell und können entsprechend handeln. Sie treffen Entscheidungen in ziemlich kurzer Zeit, ohne die Kontrolle zu verlieren", sagt Heller. Und da sie entscheidend für die Zuspiele sind, die Angriffe organisieren und den Spieler:innen ihre Positionen vorgeben, verlassen Zuspieler:innen das Spielfeld kaum, fügt er hinzu. Wenn du also eine Führungspersönlichkeit mit viel Energie bist, könnte dies die richtige Position für dich sein.

  2. 2.Außenangreifer:innen

    Außenangreifer:innen, die auch als Linksangreifer:innen bezeichnet werden, spielen am linken Netzpfosten. Traditionell sind Außenangreifer:innen die Besten im Schmettern und erzielen die meisten Punkte, erklärt Rosen. Dies liegt daran, dass sie sich an einer Position befinden, an der für Zuspieler:innen die Vorbereitung am einfachsten ist. Daher erhalten sie normalerweise die meisten Zuspiele.

    Laut Jonny Neeley, Assistenzcoach des Frauenvolleyballteams der Brigham Young University (BYU) liegt dies daran, dass Zuspieler:innen den Ball für Außenangreifer:innen mit guten und schlechten Zuspielen auflegen können.

    Bei Angriffen der BYU können Außenangreifer:innen zum Beispiel so positioniert werden, dass sie bei einem guten Anspiel anlaufen und schlagen können, wenn Zuspieler:innen in Position kommen und den Ball so zuspielen, dass Außenangreifer:innen ihn schmettern können. Wenn Zuspieler:innen aber schwierige Bälle verarbeiten müssen, kann das Zuspiel sehr hoch sein und Außenangreifer:innen können hochspringen und den Ball in das gegnerische Feld schmettern.

    Außenangreifer:innen müssen außerdem gut springen und schlagen können, weil sie meistens in allen Phasen im Spiel sind, sagt Rosen. Da die Spieler:innen rotieren, müssen Außenangreifer:innen demnach nicht nur am Netz, sondern auch aus dem hinteren Teil des Felds schlagen können.

    "Die drei Spieler:innen in der hinteren Reihe (zu Beginn des Spielzugs) dürfen den Ball vor der 3-Meter-Linie nicht berühren und über das Netz spielen", erklärt Neeley. Wenn Außenangreifer:innen im hinteren Teil des Felds in einer Spielphase beginnen, also hinter der 3-Meter-Linie, dürfen sie während dieser Phase nicht vor der Linie springen und schlagen.

    Wenn sie im hinteren Teil des Felds spielen, sind Außenangreifer:innen normalweise auch gut im Passen, um den Ball ans Netz zu bringen, sagt Rosen.

  3. 3.Diagonalspieler:innen

    Diagonalspieler:innen, oder rechte Angreifer:innen, spielen am Netzpfosten auf der rechten Seite des Felds. Deshalb stehen sie den gegnerischen Außenangreifer:innen direkt gegenüber.

    "Diagonalspieler:innen müssen gut blocken können, weil sie gegen die Außenangreifer:innen der Gegenseite verteidigen. Und Außenangreifer:innen werden meistens angespielt", sagt Rosen. Diagonalspieler:innen haben also am häufigsten die Möglichkeit zum Blocken.

    Aufgrund ihrer Position auf dem Feld spielen Linkshänder:innen oft als Diagonalspieler:innen. Rosen sagt, mit ihrer rechten Schulter am rechten Netzpfosten können sich linkshändige Diagonalspieler:innen der anderen Seite des Felds zuwenden und springen, um zu schlagen, wobei sie den Ball nach dem Zuspiel immer vor sich haben. Rechtshändige Diagonalspieler:innen müssen oft Zuspiele verarbeiten die über ihre Köpfe bei ihnen ankommen.

    Diagonalspieler:innen müssen auch passen und zuspielen können. Bei einem erwarteten Spielverlauf baggern verteidigende Spieler:innen den Ball und Zuspieler:innen spielen ihn zu Angreifer:innen. Wenn aber Zuspieler:innen den ersten Ball bereits schlagen, versuchen oft die Angreifer:innen der Gegenseite, den Ball zu anderen Angreifer:innen zu spielen.

    Diagonalspieler:innen müssen auch in der Lage sein, in der vorderen und hinteren Reihe zu springen und zu schlagen. Diese Position erhält nicht so viele Zuspiele wie die Außenangreifer:innen, aber Diagonalspieler:innen sind dennoch entscheidend für den Erfolg.

    "Mit guten Diagonalspieler:innen werden Spiele auch auf höchstem Niveau gewonnen. Die besten internationalen Teams sind erfolgreich, weil sie starke Diagonalspieler:innen haben", sagt Neeley.

    (Verwandter Artikel: Alle Positionen im Fußball mit Erklärungen)

  4. 4.Mittelangreifer:innen

    Mittelangreifer:innen, die auch als Mittelblocker:innen bezeichnet werden, stehen an der Mitte des Netzes in der vorderen Reihe.

    "Sie übernehmen die Routineaufgaben. Sie müssen am ganzen Netz blocken, also sind sie für das Blocken in beiden Richtungen zuständig", sagt Rosen. Beim Blocken springen Mittelangreifer:innen vor dem Netz hoch und versuchen, die von den Angreifer:innen des gegnerischen Teams geschlagenen Bälle zu blocken.

    Da das Blocken einen großen Teil ihrer Aufgaben einnimmt, gehören die Mittelangreifer:innen normalerweise zu den größten Spieler:innen auf dem Feld. "Sie haben viel zu tun. Sie springen und blocken eigentlich die ganze Zeit", fügt er hinzu.

    Mittelangreifer:innen müssen auch schnell von einer Seite auf die andere wechseln können, so Neeley.

    Wenn sie blocken, bewegen sie sich komplett nach links und dann wieder nach rechts", sagt er. Außenangreifer:innen und Diagonalspieler:innen müssen nur in ihrem Bereich blocken und sich nicht so viel seitlich bewegen. Mittelangreifer:innen sind zwischen den Seitenlinien überall unterwegs.

    Beim Angreifen sind Mittelangreifer:innen für Zuspieler:innen am schwierigsten anzuspielen. Den Ball in die Nähe eines der Pfosten zu spielen, wo die Außenangreifer:innen und die Diagonalspieler:innen sind, ist einfacher als in die Mitte. Wenn also eine gute Vorlage für Mittelangreifer:innen gespielt wird, sollten sie alles daran setzen, sie zu verwerten, erklärt Neeley.

    "Mittelangreifer:innen müssen effektiv sein, weil sie die anspruchsvollsten Zuspiele erhalten. Sie müssen punkten können, da diese Anspiele sonst verschwendet wären", sagt Neeley. Wie für Baseballspieler:innen gibt es auch für Volleyballspieler:innen einen Schlagprozentwert, mit dem gemessen wird, wie oft sie bei Schlägen über das Netz punkten. Effektive Mittelangreifer:innen erreichen Schlagprozentwerte von .375, .380 oder mehr.

    Sie sind meistens gut im Punkten, haben aber oft Defizite beim Passen und Verteidigen, sagt Heller. Wenn Mittelangreifer:innen durch die Rotation des Teams (mehr dazu weiter unten) in die hintere Reihe wechseln, werden sie oft gegen den Libero oder Defensivspezialist:innen ausgewechselt, bis die Rotation sie wieder in die vordere Reihe bringt.

  5. 5.Libero

    Liberos sind auf dem Spielfeld einfach zu erkennen. Sie tragen ein andersfarbiges Trikot als die anderen Spieler:innen ihres Teams. Das ist aber nicht die einzige Besonderheit dieser Position.

    "Im Frauenvolleyball sind 15 Auswechslungen pro Satz erlaubt und Liberos zählen nicht dazu", sagt Heller. Das Wort Libero ist das italienische Wort für "frei" und entsprechend können diese Spieler:innen beliebig oft ein- und ausgewechselt werden.

    Wenn also Angreifer:innen in die hintere Reihe rotieren, können sie gegen Liberos ausgetauscht werden, ohne dass dies als Auswechslung ihrer Teams gezählt wird. Dadurch wird das Spiel schneller, da die Auswechslungen nicht erfasst werden müssen und Liberos einfach auf das Spielfeld oder aus ihm heraus gehen können.

    Es hilft auch bei der Abwehrarbeit des Teams. Meistens werden Liberos für Mittelangreifer:innen eingewechselt, die normalweise die schlechteren Verteidiger:innen und Passgeber:innen sind, erklärt Rosen. "Liberos sind spezialisiert auf die Defensive. Sie sind normalerweise die besten Passgeber:innen und Verteidiger:innen ihrer Teams."

    Sie können zwar beliebig ein- und ausgewechselt werden, aber es gibt auch für sie Einschränkungen. Sie dürfen Spiele nur in der hinteren Reihe beginnen, was bedeutet, das sie nicht vor der 3-Meter-Linie springen und schlagen dürfen. Sie dürfen nicht mit ihren Händen zuspielen, sondern nur mit den Unterarmen, sagt Rosen.

    Je nachdem, wo gespielt wird, dürfen sie entweder nicht aufschlagen oder sie dürfen es nur, wenn sie gerade für Spieler:innen ihres Teams eingewechselt wurden. Bei internationalen Spielen dürfen Liberos nicht aufschlagen. Bei Spielen in den Highschools und Colleges der USA dürfen sie aufschlagen, aber nur für jeweils eine/n der Spieler:innen ihrer Teams, normalerweise Mittelangreifer:innen.

  6. 6.Defensivspezialist:in

    Defensivspezialist:innen haben ihre Stärken in der hinteren Reihe.

    Sie spielen eine ähnliche Rolle wie Liberos, sagt Rosen. Defensivspezialist:innen sind sehr gut im Verteidigen von Bällen, die an den Blocks ihrer Mitspieler:innen vorbeikommen, und versuchen, sie für die Zusteller:innen im Spiel zu halten. Außerdem sind sie gute Passgeber:innen. Wenn Außenangreifer:innen oder Diagonalspieler:innen, die nicht gut passen oder verteidigen, in die hintere Reihe rotiert werden, können Defensivspezialist:innen eingewechselt werden und ihre Aufgaben in der hinteren Reihe übernehmen.

    Die Herausforderung: Anders als bei Liberos verlieren Teams durch Einwechseln von Defensivspezialist:innen eine von ihren 15 Auswechselberechtigungen pro Satz. Sie können sie also nicht jedes Mal eingewechselt werden, wenn Angreifer:innen in die hintere Reihe rotiert werden, sagt Neeley. Das bedeutet, dass Defensivspezialist:innen nicht so lange im Spiel sind.

    "Wir rotieren normalerweise 15 Mal pro Satz", sagt er. Wenn also zu viele Defensivspezialist:innen eingewechselt werden, bleiben vielleicht zu früh keine Auswechselmöglichkeiten mehr. "Dann besteht keine Möglichkeit, positionsgemäß zu wechseln. Und Defensivspezialist:innen, deren Stärke normalerweise nicht das Schlagen ist, müssen in die vordere Reihe rotieren und dort schlagen.

So rotieren die Positionen im Volleyball

Die Positionen haben zwar ihre idealen Orte im Spielfeld, also Außenangreifer:innen ganz links, Diagonalspieler:innen ganz rechts und Mittelangreifer:innen in der Mitte, aber es gibt eine Einschränkung: die Spieler:innen müssen rotieren.

"Drei Spieler:innen sind in der vorderen Reihe, drei in der hinteren. Wenn ein Punkt erzielt wird, muss rotiert werden, und man wechselt dabei eine Position weiter", erklärt Neeley.

Spieler:innen tun dies im Uhrzeigersinn, wenn das Team, das Aufschlag hat, einen Punkt macht, und bevor ihr Team wieder Aufschlag erhält. Bei der ersten Rotation wechseln Außenangreifer:innen beispielsweise in die Mitte. Mittelangreifer:innen wechseln nach ganz rechts, wo normalerweise die Diagonalspieler:innen agieren. Und Diagonalspieler:innen rotieren in die hintere Reihe nach rechts.

Die Lösung: Nach dem Aufschlag laufen alle Spieler:innen auf ihre normalen Positionen zurück. In diesem Beispiel würden Außenangreifer:innen nach hinten links wechseln und Mittelangreifer:innen würden sich nach hinten in die Mitte orientieren.

"Wenn unser Team Aufschlag hat, ist das ziemlich einfach, weil wir einfach in dem Moment wechseln können, in dem der Ball losfliegt", sagt Neeley. In der Defensive ist das schwieriger, sagt er, weil das Team den Aufschlag verteidigen und wieder in Position kommen muss.

Um noch etwas macht es schwierig: die 3-Meter-Linie. Wenn Spieler:innen in die hintere Reihe rotieren, dürfen sie nicht am Netz springen und schlagen. Also können Diagonalspieler:innen, die nach hinten rechts rotiert sind, erst dann wieder am Netz schlagen, wenn sie wieder ihre Position in der vorderen Reihe einnehmen. Sie müssen entweder in der hinteren Reihe springen und schlagen oder sie werden gegen Liberos oder Defensivspezialist:innen ausgewechselt.

Text von Greg Presto

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