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Get To Know Khadija ‘Bunny’ Shaw

Kennenlernen:

Khadija "Bunny" Shaw

Die Jamaikanerin Khadija Shaw, besser bekannt als Bunny, will diesen Sommer in Frankreich ein herausragendes Turnier spielen. Mit gerade einmal 22 Jahren blickt Bunny bereits auf 27 Länderspieleinsätze und 32 Tore für ihre Nationalmannschaft zurück. Keine andere Verbandsspielerin hat in den vorangegangenen Qualifikationsspielen so viele Tore erzielt wie sie. Mit dieser Leistung hat sie dazu beigetragen, dass mit ihrer Mannschaft zum ersten Mal überhaupt ein karibisches Land an einem Frauen-Fußballturnier dieser Größenordnung teilnimmt.

ECKDATEN

Alter: 22

Heimatort: Spanish Town, Jamaika

College: University of Tennessee

Position: Stürmerin

Schuh: Mercurial Vapor

Lieblingsathletin: Serena Williams

Jamaikanisches Lieblingsessen: Jerk Chicken

Get To Know Khadija ‘Bunny’ Shaw

FRAGEN UND ANTWORTEN

Wie fing das damals bei dir mit dem Fußballspielen an?

Als Kind sah ich immer die Jungs auf der Straße Fußball spielen und wollte unbedingt herausfinden, was an diesem Sport so besonders ist. Eines Tages bat ich meinen Vater, mir einen Ball zu kaufen. Meine Mutter wusste nichts davon und ich habe den Ball immer versteckt, wenn sie in der Nähe war. Sobald sie fort war, schnappte ich ihn mir und spielte unzählige Male damit. Eines Tages sagte ich ihr: "Mom, ich liebe Fußball und will wirklich spielen." Sie erinnerte mich daran, dass das hier in Jamaika einfach nicht möglich sei, und ich entgegnete: "Mom, man weiß nie – vielleicht kann ich diejenige sein, die daran etwas ändert." Als ich für die jamaikanische Nationalmannschaft spielte und dadurch ein College-Stipendium erhielt, erkannte sie, dass ich Recht damit hatte.

Wie hat sich der Fußball in Jamaika entwickelt? Was siehst du, wenn du in deiner Heimat bist?

Im letzten Spiel der Qualifikationsrunde waren einige Kinder aus der Gegend dabei – Mädchen und Jungen, die wirklich Fußball spielen wollen, und das auf höchstem Level. Nachdem wir gewonnen hatten, gingen wir zu ihnen, um uns mit ihnen zu unterhalten. Man konnte das Strahlen in ihren Gesichtern sehen und wie glücklich sie waren. Sie umarmten uns und sagten: "Ihr macht uns so stolz. Macht weiter damit, weil es uns alle inspiriert." Die Qualifikation für Frankreich ist ein noch größerer Schritt in Richtung Jamaikas zukünftige Entwicklung in Sachen Fußball und Sport.

Was bedeutet es für dich, dass sich Jamaika für dieses Turnier qualifiziert hat?

Für mich geht ein Traum in Erfüllung. Unsere Teilnahme öffnet nicht nur Jamaika, sondern auch allen anderen karibischen Ländern die Augen, denn wenn wir es schaffen, schaffen es auch andere Länder. Ab hier kann es nur weiter nach oben gehen, denn wenn man an diesem Turnier teilnimmt, gewinnt man Erfahrung und Aufmerksamkeit. Ich werde oft gefragt, wie es sich anfühlte, als wir uns qualifiziert haben – ich kann es kaum in Worte fassen. Ich fiel auf dem Platz einfach auf die Knie und fragte mich: "Was geht da ab? Was habe ich gerade getan?" Jetzt kann ich für den Rest meines Lebens jeden Tag darüber reden und platze fast vor Stolz.

Meinst du, dass deine Rolle im Sport dazu beigetragen hat, Barrieren für zukünftige Generationen aus dem Weg zu schaffen?

Wenn ich sehe, was ich in meiner Vergangenheit erlebt habe und wo ich jetzt bin, denke ich, dass jüngere Kinder mitbekommen, dass ich viel durchgemacht und dennoch all das hier erreicht habe. Die Leute können ja alles Mögliche sagen, aber es geht darum, was man tut. Was ich erreicht habe, ist das Ergebnis von harter Arbeit, Ausdauer und Verzicht. Das ist eines der wichtigsten Dinge, die sich meiner Meinung nach im Frauensport ändern könnten.