Coaching

Wie du erfolgreiche Prozesse etablierst

Du hast das Gefühl, du steckst fest und kommst irgendwie nicht weiter? Mit den nachfolgenden strategischen Schritten kannst du den Prozess genießen, statt ihn beschleunigen zu wollen.

Letzte Aktualisierung: December 1, 2020
So optimierst du deine Strategie

Dein Ziel erreichst du nicht allein durch harte Arbeit.

Du musst auch strategisch denken, weiß Dr. Patricia Chen, Assistant Professor im Fachbereich Psychologie an der National University of Singapore. Sie ist Co-Autorin von drei aktuellen Studien über strategisches Denken, bei dem es im Wesentlichen darum geht, sich zu fragen, ob es bessere Möglichkeiten gibt, sein Ziel zu erreichen, wenn nichts mehr richtig vorangehen will.

In Dr. Chens vielleicht interessantester Studie führten zwei Gruppen eine ungewohnte Aufgabe aus: Eier so schnell und sauber wie möglich zu trennen. Eine Gruppe hatte allerdings zuvor einen Artikel über das "Geheimnis" erfolgreicher Studierenden, Geschäftsleute und Athleten gelesen. Diese Gruppe erledigte die Aufgabe schneller und besser als die andere. Chens Theorie dazu: Die strategisch vorbereiteten Probanden dachten intensiv über die beste Methode nach, bevor sie mit dem Eiertrennen begannen – und fragten sich während der Aufgabe immer wieder, ob es noch einen besseren Weg gäbe.

Erfolgreiche Menschen wenden diesen Denkprozess auf jede ihrer bewussten alltäglichen Handlungen an, um besser zu werden und ihren Zielen näher zu kommen, erklärt Dr. Stephanie Cacioppo, Neurowissenschaftlerin, Leiterin des Brain Dynamics Laboratory an der Pritzker School of Medicine der University of Chicago und Mitglied des Nike Performance Council.

"Durch Etablieren eines Prozesses kann man die innere Motivation für ständiges Lernen und die eigene Weiterentwicklung finden."

Dr. Stephanie Cacioppo
Neurowissenschaftlerin, Leiterin des Brain Dynamics Laboratory an der Pritzker School of Medicine der University of Chicago und Mitglied des Nike Performance Council

Prozesse sind umfassend und ganzheitlich – nicht nur beim Training. Es spielt auch eine Rolle, wie du dich am Abend davor vorbereitest, wie du schläfst, was du vorher isst, ob du dich aufwärmst, wie sorgfältig du auf Details achtest und dich anschließend regenerierst, damit du von Tag zu Tag besser wirst. Außerdem geht es dabei auch darum, dich möglichst regelmäßig zu fragen, ob du etwas hinzufügen, ändern oder weglassen könntest, um noch besser zu werden.

"Durch Etablieren eines Prozesses kann man die innere Motivation für ständiges Lernen und die eigene Weiterentwicklung finden", erklärt Dr. Cacioppo. Das kann auch dazu beitragen, dass die Arbeit nachhaltig ist und wirklich Spaß macht, weil du dich voll und ganz auf deine Ziele und Fortschritte in Echtzeit einstellt, ergänzt sie. Nachfolgend erfährst du, wie das geht.

1. Schritt: Verbessere dein CRAFT

Nutze zur Entwicklung deines Prozesses die von Dr. Cacioppo entwickelte Abkürzung CRAFT.

C steht für Konsistenz (Consistency), also Beständigkeit. Laut Definition von Dr. Cacioppo entspricht die heutige Leistung einer konsistent handelnden Person den Standards von gestern – und übertrifft sie manchmal sogar.

R steht für das Wiederholen (Repetition) von Routinen oder einzelnen Handlungen (z. B. eine Kräftigungsübung oder das Erstellen einer nach Wichtigkeit sortierten To-do-Liste), bis sie automatisch ablaufen.

A steht für Aktionsplanung, also das Planen der zum Erreichen deines Ziels erforderlichen Aktionen, z. B. die Terminplanung deiner Läufe der nächsten Woche. Dieser Schritt kann besonders motivierend sein, so Dr. Cacioppo, weil er dich daran erinnert, dass du in der Hand hast, in was du deine Energie investierst.

F steht für Fokus, was Dr. Cacioppo als "zu 100 Prozent im Moment sein" definiert – ganz gleich, ob es dabei um einen virtuellen Indoorcycling-Kurs geht oder um das anschließende Dehnen.

T steht für Toleranz, und zwar gegenüber dir selbst, gegenüber anderen (z. B. deinem gestressten Mitbewohner) und auch gegenüber deinen Erfolgen und Misserfolgen. Es ist nicht einfach, ein Ziel konsequent zu verfolgen, daher "ist die Fähigkeit eines Athleten, körperliche und emotionale Schmerzen zu tolerieren, der Schlüssel zum Erfolg", so Dr. Cacioppo.

2. Schritt: Wende es an

Dein Prozess steht. Wie setzt du ihn nun um?

So optimierst du deine Strategie

1. Sei konsistent.
Damit ein Prozess zu einem echten Prozess und nicht zu einem einmaligen – oder zweiwöchentlichen – Ereignis wird, musst du die einzelnen Prozesselemente beständig wiederholen, z. B. Workouts und gesundes Essen oder eine Stunde, in der du lernst, Noten zu lesen, und eine weitere Stunde, in der du die gelernten Noten auf deinem Instrument nachspielst. Wenn dich langfristige, regelmäßige Aufgaben eher abschrecken, denk daran, dass es dir, sobald du eine Aufgabe erledigt hast, immer leichter fallen wird, konsistent dranzubleiben, so Dr. Cacioppo.

2. Achte auf eine klare Strategie.
Ein Prozess bedeutet nicht, dass du versuchen sollst, alles auf einmal zu machen. Seien wir ehrlich: Das schafft niemand. Erfolgreiche Menschen konzentrieren sich auf das, was sie erreichen wollen und was genau dazu nötig ist, erklärt Dr. Cacioppo. Aus diesem Grund "periodisieren" viele Spitzenathleten ihr Training in Blöcke, die sich auf einzelne Leistungskomponenten wie Kraft, Schnelligkeit oder Ausdauer fokussieren, damit sich das eine nicht mit dem anderen überschneidet (und weil sie tolerant gegenüber der Tatsache sind, dass sie nur über eine bestimmte Menge an Energie und Zeit verfügen).

Anstatt zu versuchen, mittels Multitasking schneller an dein Ziel zu gelangen, solltest du Aktionspläne erstellen, die festlegen, was du wie, wann und wo machen wirst (deine sogenannten Umsetzungsabsichten). Untersuchungen zeigen, dass diese dir helfen können, jeweils ein Ziel nach dem anderen zu erreichen. Sie funktionieren allerdings weniger gut, wenn du mehrere Ziele gleichzeitig anvisierst.

3. Sei gut zu dir.
Sobald du einen Prozess etabliert hast, der für dich funktioniert, kann es vorkommen, dass du manche Prozesselemente mit der Zeit verinnerlichst, weiß Dr. Cacioppo. Und das ist gut so, ergänzt sie: Es bedeutet, dass du dir gesunde Gewohnheiten aneignest und deinem vielbeschäftigten Kopf eine dringend benötigte Pause gönnst.

Vertrau dir – und vertrau auf den Prozess.

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