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Coaching

Frag den Coach: "Wie schaffe ich es, nicht dauernd nach neuen Ausreden zu suchen?"

Eine College-Spielerin hat das Training mehrmals ausfallen lassen. Kann Nikki Fargas, Trainerin der LSU Tigers, ihr helfen, wieder mehr Motivation zu finden?

Schluss mit Ausreden: Jetzt wird trainiert

"Frag den Coach" liefert dir Tipps und Ratschläge, die dich dabei unterstützen, dein Spiel aufs nächste Level zu bringen.

F:

Hallo Coach,

Ich spiele in meinem ersten Jahr am College Fußball. Ich liebe diesen Sport, aber mir fehlt in der letzten Zeit einfach die Motivation. An der High School war ich Vize-Kapitänin meines Teams, aber seit ich am College bin, hält mich immer wieder etwas vom Spielen ab. Ich habe kürzlich zweimal das Morgentraining geschwänzt. Einmal hatte ich einen guten Grund, denn ich hatte bis spätabends gelernt. Das andere Mal … nun ja, ich war die ganze Nacht mit Freunden unterwegs gewesen. Ich habe auch ein Gewichtstraining ausfallen lassen. Ich habe meinem Coach gesagt, dass ich krank sei, tatsächlich hatte ich mich aber mit meinem Freund gestritten. Ich liebe Fußball immer noch und sobald ich auf dem Platz stehe, möchte ich nirgendwo anders sein. Aber langsam bekomme ich so ein schlechtes Gewissen, dass ich gar nicht mehr zum Training gehen möchte. Wie kriege ich das wieder hin? Oder soll ich lieber ganz aufhören?

Alibi Was Obviously Lame
19-jährige Fußballspielerin

A:

Weißt du was, AWOL? Das war bei mir in meinem ersten College-Jahr auch so.

Ich komme aus einer großen Familie, in der alle eng miteinander verbunden sind, und ich war die Erste, die aufs College gehen durfte. Meine Großmutter musste die Schule wegen der damaligen Rassengesetze nach der achten Klasse verlassen. Meine Mutter hatte mehrere Jobs, um sich das College zu finanzieren, und musste dann aufhören, weil sie schwanger wurde. Also blickte die ganze Familie auf mich. Ich sage dir: Der Druck war unglaublich hoch.

Aber meine Familie stand immer hinter mir. Sie hat mich unterstützt und mir starke Werte vermittelt. Auch wenn sie mich manchmal unter Druck gesetzt hat, so wusste ich doch, dass ich mich immer auf sie verlassen konnte.

Auch du hast etwas, auf das du dich verlassen kannst, AWOL. Du warst Vize-Kapitänin an der High School. Du weißt also, was harte Arbeit bedeutet und was Mut heißt. Du weißt auch: Wenn man Teil eines Teams wird, dann übernimmt man Verantwortung, und es liegt an einem selbst, ob man das ernst nimmt. Deshalb solltest du dir selbst jetzt ein paar Fragen beantworten wie: "Was für ein Mensch möchte ich sein?" und "Was ist für mich nicht verhandelbar?"

Die Antworten auf solche Fragen helfen dir zu erkennen, was derzeit wirklich mit dir los ist (und was dabei nichts mit Fußball zu tun hat). Wenn du schon immer ein aufrichtiger Mensch und eine begeisterte Sportlerin warst und jetzt anfängst, deine Versprechen zu brechen, solltest du herausfinden, woran das liegt.

Du solltest dir selbst einige Fragen beantworten wie: "Was für ein Mensch möchte ich sein?" und "Was ist für mich nicht verhandelbar?"

Weißt du, ich verstehe das. Auch bei mir gab es Zeiten, in denen ich am liebsten die ganze Nacht gefeiert hätte. Aber ich habe schnell gelernt, dass das ein riskanter Weg ist. Und ich erkannte: Das ist nicht mein Weg. Ich wusste, was für eine einmalige Chance es für mich war, Basketball auf College-Niveau spielen zu können.

Mir hat es geholfen, Motivation in Dingen zu finden, die größer waren als mein eigenes Ich: Meine Familie, die mich unterstützte und an mich glaubte, die Menschen, die für mein Recht, aufs College zu gehen, gekämpft hatten und gestorben waren. Dank ihnen habe ich meine Ziele erreicht. Und ich versuche immer noch, mein Leben so zu führen, dass sie stolz auf mich sein können. Sie sind der Grund, warum ich bis heute nichts für selbstverständlich nehme.

Schluss mit Ausreden: Jetzt wird trainiert

Vielleicht denkst du, dass deine Ausrede eigentlich gar nicht so schlimm war, aber sie ist Teil eines größeren Problems. Deshalb solltest du dir noch eine weitere Frage stellen: "Welche Werte sollen mich im Leben leiten?"

Deine Ausrede, die ja eigentlich eine Lüge war, zeigt mir, dass du deine Situation als etwas Selbstverständliches ansiehst. Vielleicht denkst du, dass sie eigentlich gar nicht so schlimm war, aber sie ist Teil eines größeren Problems. Deshalb solltest du dir noch eine weitere Frage stellen: "Welche Werte sollen mich im Leben leiten?" Mit anderen Worten: Du solltest dir selbst Grenzen setzen, die du nicht überschreiten möchtest. Zum Beispiel nicht zu lügen, kein Training ausfallen zu lassen und nicht aufzugeben. Denn Aufgeben wird dein Problem nicht lösen, sondern dich nur noch einsamer machen.

Ich habe diese Werte zu Hause gelernt und durch Pat Summit, meine Trainerin in Tennessee. Sie hat keine Lügen toleriert und ließ da auch nicht mit sich verhandeln. Und sie hat dafür gesorgt, dass wir das wussten. So lernten wir Verantwortung, und das ist im Leben extrem wichtig.

Das hat mich davon abgehalten, nächtelang zu feiern. Natürlich hatte ich immer noch einige Kämpfe auszufechten. Ich hatte unglaubliches Heimweh. Ich vermisste meine Familie. Ich vermisste die Sonntage bei meiner Großmutter, wo wir uns alle zum Essen trafen, Karten spielten und unglaublich viel lachten. Diese Einsamkeit brachte auch einige Dinge zutage, die im Verhältnis zu meinem Vater noch ungeklärt waren.

In uns allen gibt es Dinge, die uns in verschiedene Richtungen drängen, positive wie negative. Mit etwas Übung lernen wir aber, uns für die richtige Richtung zu entscheiden.

Mein Vater war nicht immer Teil meines Lebens. Als ich alleine auf dem College war, überkamen mich all diese Gefühle des Verlassenseins wieder, die ich aus meiner Kindheit kannte. Ich begann, zu viel zu trainieren, um vor diesen Gefühlen zu fliehen. Sehr schnell kam es dann zu einer Stressfraktur im Fuß und ich konnte gar nicht mehr trainieren. Es folgten eine Splitterfraktur und Herzprobleme.

Ich war ganz unten angekommen.

Zum Glück half mir mein Coach. Sie vermittelte mich an einen Sportpsychologen, mit dessen Unterstützung ich erkannte, was wirklich los war. Ich lernte, dass es in uns allen Dinge gibt, die uns in verschiedene Richtungen drängen, positive wie negative. Mit etwas Übung lernen wir aber, uns für die richtige Richtung zu entscheiden. Wir haben die Wahl, ob wir hart an uns arbeiten wollen und Großes erreichen möchten oder eben nicht.

Vielleicht könnte auch dir ein Sportpsychologe helfen. Vielleicht liegt auch bei dir das Hauptproblem darin, dass du ohne dein Supportsystem bist.

Irgendetwas hält dich davon ab, den Sport zu machen, den du liebst. Du bist es dir selbst schuldig herauszufinden, was das ist. Erst dann kannst du anfangen, dich selbst zu lieben und in allem, was du tust, wirkliche Größe zu erreichen.

Ich glaube, tief in dir selbst bist du dankbar dafür, lernen zu dürfen und Teil eines Teams zu sein. Hör auf diesen Impuls und lass dich davon leiten.

Coach Fargas

Nikki Fargas ist Cheftrainerin der Basketballmannschaft der Frauen an der Louisiana State University. Vorher war sie gestaltender Chefcoach an der UCLA und herausragende Assistenztrainerin in Tennessee und an der University of Virginia. In Tennessee gehörte sie außerdem zu den Ausnahmespielerinnen und führte die Lady Vols zu einem NCAA-Titel und zwei SEC-Saisonmeisterschaften. Sie ist bekannt für ihr soziales Engagement und ihren Einsatz für ihre Community. Fargas ist Mitbegründerin der ehrenamtlichen Initiative "Champions for a Cause", die das Thema Brustkrebs einer breiteren Öffentlichkeit bewusst machen möchte.

Schick uns deine Frage zu Mindset, Sport oder Fitness per E-Mail an askthecoach@nike.com.

Illustration: Harrison Freeman

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