Coaching

Denken wie ein Lauf-Coach

Coach Bennett erklärt, wie man es wie die Profis macht, um besser, schneller und weiter zu laufen.

Letzte Aktualisierung: November 11, 2020
Stärker, schneller, weiter

Bestimmt wurdest du irgendwann in deinem Leben schon einmal von einem Coach trainiert. Vielleicht als du 10 Jahre alt warst und im Sportunterricht für einen Wettlauf geübt hast? Oder du hast im Verein Fußball gespielt oder Leichtathletik gemacht? Egal, wann und um welche Sportart es ging: Wir sind uns ziemlich sicher, dass dein Coach ganz oft Fragen gestellt hat, zum Beispiel:

"Wie fühlst du dich?",

"Was lief gut?" oder

"Kannst du noch mehr Einsatz bringen?".

Solche Nachfragen zwingen einen zum Nachdenken, sagt Chris Bennett, Nike Running Global Head Coach. Indem du sie dir selbst stellst, kannst du ein besserer Läufer werden. "Man fragt, um eine Antwort zu bekommen. Und am Ende hat man immer etwas über sich selbst gelernt", erklärt Bennett. "Wenn man keine Fragen stellt und einfach einen schlechten Lauf hatte, weiß man nicht, warum das so war und wie man sich verbessern kann."

Eine einfache Veränderung

Frag dich nach jedem Lauf: Wie ist war's?

Möglicherweise machst du dich wie immer selber schlecht. (Ich bin langsam gelaufen, weil ich kein guter Läufer bin.) Vielleicht redest du dir aber auch Dinge schön, die besser hätten sein können. (Na ja, die üblichen lockeren 8 Kilometer, keine große Sache.)

Stattdessen solltest du wie ein guter Coach freundlich, ehrlich und realistisch antworten und dir überlegen, was du beim nächsten Mal besser machen könntest – auch wenn du das Gefühl hattest, dass es perfekt war.

Das bedeutet, dass deine Antwort einen Kontext braucht, so Bennett. "Frag dich: Warum war der Lauf nicht gut? Was war sonst noch mit dir los? Wenn sich der Lauf fantastisch angefühlt hat, frag auch hier nach, warum das so war.

Und dann analysiere deine Antworten wie ein Coach. Wenn sich dein Körper während des ersten Kilometers unrund anfühlte, nimm dir mehr Zeit, damit er sich richtig aufs Laufen einstellen kann (Bennett empfiehlt fünf bis zehn Minuten "ganz lockeres Laufen", gefolgt von leichtem Stretching). Hast du dich großartig gefühlt? Überleg dir, warum das so war – vielleicht hast du am Abend vorher auf einen zweiten Cocktail verzichtet oder hattest eine erholsame Nacht. Versuch, das beim nächsten Mal wieder so zu halten.

"Übernimm weiterhin die Funktion als Coach und sei bereit zu lernen. Dann wirst du auch ein besserer Coach werden", sagt Bennett. "Und damit auch ein besserer Läufer."

"Übernimm weiterhin die Funktion als Coach und sei bereit zu lernen."

Chris Bennett
Nike Running Global Head Coach

Zusätzliche Tipps, die dich weiterbringen:

01. Gib jedem Lauf einen Grund
Überleg dir jedes Mal, was dir dieser Lauf jetzt bringen soll, empfiehlt Coach Bennett. "Deine Gründe können von ganz unterschiedlicher Natur sein: Geht es dir um deine Geschwindigkeit, darum den Kopf freizubekommen oder darum, mal eine neue Gegend in deiner Nachbarschaft zu erkunden?" Und wenn du beim Laufen unsicher wirst (Will ich schneller laufen? Will ich einen Kilometer weiter laufen?), frag dich, was dir am besten dabei helfen kann, dein Ziel für heute zu erreichen.

02. Lebe deinen Sport
Folge anderen Läufern in den sozialen Medien, sieh dir die Wettkämpfe der Profis an oder such dir eine Lauf-Community (dafür haben wir übrigens eine App). Coaches sind voll drin in ihrer Sportart. Und genau so kannst du dir auch die Inspiratiton und Motivation holen: Schau einfach anderen dabei zu und spüre ihre Energie, so Bennett.

03. Trainiere dein Mindset
Stell dir einen Coach am Rande der Bahn vor. Er stimmt seine Athleten immer mental ein. Diesen Part kannst du selbst übernehmen, wenn es beim Laufen mal wieder anstrengend wird, sagt Shalane Flanagan, vierfache Olympiateilnehmerin und Coach des Bowerman Track Clubs. Sie rät ihren Läufern, sich mit diesem Spruch zu motivieren: Kontrolliere deine Gedanken.. "Genau das würde ich mir beim Training selbst zurufen, wenn ich richtig zu kämpfen habe", sagt Flanagan. "Es zwingt dich dazu, dich auf deine Schritte und deine Atmung zu konzentrieren, statt in einen Selbsterhaltungstrieb zu verfallen."

04. Sei du selbst
Ein Coach weiß, dass jeder Athlet seine Stärken und Schwächen hat. Wichtig ist, dass du deine eigenen genau kennst. "Man vergleicht sich ganz schnell mit anderen: Laufe ich so schnell wie sie? So viel? So gut?" sagt Flanagan. "Aber der Maßstab, mit dem du deinen Fortschritt messen solltest, bist ganz allein du selbst. Wenn du dich kontinuierlich darauf konzentrierst, ein besserer Athlet zu werden, wirst du das nächste Level auch erreichen.

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