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CH 04 DIE WISSENSCHAFT

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FÜR DAS ERSTKLASSIGE BREAKING2-FORSCHUNGSTEAM VON NIKE
dreht sich das gesamte Projekt um eine einzige Frage: Wie können wir der Weltelite unter den Langstreckenläufern

dabei helfen, schneller zu werden, und zwar nicht nur graduell, sondern schneller als jeder Langstreckenläufer zuvor?

Bei dem Versuch, die Weltbestzeit um Minuten – nicht nur um Sekunden – zu unterbieten, ist das gesamte Know-how gefragt, das

die Wissenschaft zu bieten hat. Die Hauttemperatur muss überwacht werden und über Bildgebungsverfahren für die Muskeln gilt es,

die Hydrierung und Zuckeraufnahme zu erfassen. Neue Arten von Bekleidung tragen zu einer Minimierung des Luftwiderstands bei.

Natürlich dürfen auch die Nike Zoom Vaporfly Elite Schuhe nicht fehlen.

Wir müssen am Anfang beginnen, wenn deutlich werden soll, wie wir den heutigen Stand erreicht haben, kurz vor der Schwelle,

an der die historische Zweistunden-Grenze beim Marathon durchbrochen wird.

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AUSWAHL DER ATHLETEN Zur Identifikation der Läufer, die einen Marathon am wahrscheinlichsten unter zwei Stunden

absolvieren, testete unser wissenschaftliches Team viele der Nike Athleten aus dem Kreis der

Elite der Langstreckenläufer und untersuchte dabei drei Hauptfaktoren, die eine Prognose der

Leistung ermöglichen können:

Trainingskapazität:
die maximale Trainingskapazität eines Athleten, ausgedrückt als maximale Sauerstoffaufnahme

(VO2max).

Laufökonomie:
die Energiemenge, die ein Läufer benötigt, um einen Kilometer mit einer gegebenen Geschwindigkeit

zurückzulegen.

Dauergeschwindigkeit:
die Geschwindigkeit, die ein Läufer während eines langen Zeitraums aufrechterhalten kann, ohne

langsamer werden zu müssen.

Unter den anfänglich untersuchten Athleten kristallisierten sich drei als die vielversprechendsten

heraus: Eliud Kipchoge aus Kenia, Lelisa Desisa aus Äthiopien und Zersenay Tadese aus Eritrea.

Das Testverfahren ergab wichtige physiologische Daten, anhand derer das wissenschaftliche Team

die Potenziale der einzelnen Athleten prognostizieren konnte. Das Team verglich die persönlichen

Datensätze der einzelnen Athleten mit den angestellten Prognosen, um so Schwerpunktbereiche

zu identifizieren. Anschließend überlegte sich das Team Strategien, mit denen die ermittelten Lücken

für den Tag des Laufs geschlossen werden können.

So hat Eliud Kipchoge beispielsweise seine Hydrierungstechnik im Verlauf seiner Teilnahme an den

Wettkämpfen weiterentwickelt, während Zersenay Tadese, der Weltrekordhalter im Halbmarathon,

mit einer minimalen Hydrierung an den Start ging. Angesichts der unglaublichen Laufökonomie von

Tadese, sowie der Tatsache, dass Tadese die langsamste persönliche Bestzeit der drei Athleten

aufwies, war seine Hydrierung ein Faktor, an dessen Verbesserung das Team arbeitete.

Ein weiteres Beispiel ist die Ernährungsstrategie. "Marathonläufer können bei 30–35 Kilometern

einen Hungerast bekommen", meinte Brett Kirby, leitenderPhysiologe des Nike Sports Research Lab.

"Dies ist in der Regel mit der Entleerung des Zuckerdepots in den Muskeln verbunden. Wie sorgen wir

also dafür, dass die Depots gefüllt bleiben? Wenn es gelingt, die Energieversorgung während des

Marathons aufrechtzuerhalten, könnte das einen weiteren Prozentpunkt als Leistungsplus einbringen.

Wir haben uns darum gekümmert und arbeiten an einer individuell auf die einzelnen

Athleten abgestimmten Lösung.

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DER WEG ZUR OPTIMIERUNG DES WETTKAMPFTAGS – VON DER AUSWAHL BIS HEUTE Bevor das Team mit den Athleten arbeiten konnte, um deren Training und Kondition

zu optimieren, musste das Team die aktuellen Trainingspläne der Läufer

nachvollziehen. Dafür traf sich unser wissenschaftliches Team mit den Athleten und

ihren Trainern am internationalen Hauptsitz von Nike in Beaverton, Oregon.

Bei diesem ersten Team-Trainingslager stattete das wissenschaftliche Team die

einzelnen Athleten mit GPS-Uhren und Herzfrequenz-Messgeräten aus, sodass mit

der Nachverfolgung des Trainingspensums der einzelnen Athleten begonnen

werden konnte. Ferner wurden die Athleten an die interne Analysesoftware von

Nike zur Leistungsprognose angeschlossen. Dies trug dazu bei, individuelle Erkenntnisse

zu den Athleten zu gewinnen und die künftige Laufleistung zu prognostizieren.

Als Nächstes schloss sich das wissenschaftliche Team mit dem Produkt-Team

zusammen, die gemeinsam die Trainingsstandorte der Athleten in deren

Heimat in Kenia, Äthiopien und Spanien besuchten. Die Teams befassten sich mit der

Überprüfung und Einbeziehung der Erkenntnisse in Bezug auf das Breaking2-Projekt

von Nike, sie sammelten neue Daten und konnten die täglichen Trainingspläne und

Lebensstile der Athleten direkt beobachten, sodass sich kontinuierlich Bereiche

identifizieren ließen, in denen die Sportler unterstützt werden konnten.

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Beim ersten Team-Trainingslager stellte das wissenschaftliche Team Hydrierungs- und

Ernährungsstrategien vor, die seither regelmäßig Monat für Monat weiter angepasst werden.

Die Hauttemperaturen und die Schweißabgabe wurden überwacht. An den Details der Passform

der revolutionären Nike Zoom Vaporfly Elite Schuhe sowie der Bekleidung für den Wettkampftag

wurde akribisch gearbeitet.

Je näher der Tag des Versuchs heranrückt, desto wichtiger wird auch die Temperatur für unser Team.

Der für den Erfolg von Breaking2 wichtigste Messwert hinsichtlich der Temperatur ist die Differenz zwischen

der Kerntemperatur des Körpers und der Hauttemperatur. Diese Differenz wird als Temperaturgradient

bezeichnet.

"Wir untersuchen, wie die Kerntemperatur des Körpers im Verhältnis zur Hauttemperatur aussieht,

und wir möchten, dass diese beiden Werte so weit wie möglich auseinanderliegen", so Brad Wilkins,

Direktor des NXT Generation Research-Teams im Nike Sports Research Lab. "Das heißt, dass der

Temperaturgradient vom Kern des Körpers bis zur Haut wirklich hoch ist."

Damit die einzelnen Läufer einen hohen Temperaturgradienten aufrechterhalten können, konzentriert

sich das Team darauf, die Umgebungsbedingungen am Tag des Laufs zu optimieren. Während unseres

Testlaufs über die Halbmarathon-Distanz wurden interne und externe Überwachungssysteme zum Messen

der Kern- bzw. der Hauttemperatur eingesetzt. Dadurch wurden die konstanten Daten verfügbar gemacht,

die zeigen sollen, wie sich wärmebezogene Faktoren auf die Leistungen der jeweiligen Athleten auswirken.

Im Rahmen des Versuchs einer Optimierung der Temperatur-, Bewölkungs- und Windverhältnisse findet

der Lauf während eines dreitägigen "Start"-Fensters statt. Während dieses dreitägigen Fensters wählt das

Team den optimalen Morgen für den Lauf aus. So sollte der Gradient der Kern- im Verhältnis zur

Hauttemperatur maximiert werden können, damit die Leistungsergebnisse der Athleten durch

wärmebezogene Faktoren so wenig wie möglich beeinträchtigt werden.

Die Hydrierung ist ein weiterer wichtiger Faktor, der durch die Umweltbedingungen beeinflusst wird.

Während des Trainings wurden die Läufer vor und nach ihren Läufen gewogen, sodass das Team

nachvollziehen konnte, wie viel Wasser die einzelnen Läufer durch das Schwitzen verloren hatten.

Anschließend beobachtete unser Team, wie die Körper der Läufer auf die jeweiligen

Flüssigkeitsstrategien reagierten, eine sorgfältig zusammengestellte Flüssigkeitsmischung aus Zucker

und Wasser. Diese Mischung wird auch weiterhin individuell auf die Schweißabgabe der einzelnen Athleten

abgestimmt und im Vorfeld des Wettkampftags weiter ausdifferenziert.

Weitere Tests, etwa Bildgebungsverfahren für die Muskeln, zeigten, wie hoch der Zuckergehalt in den Muskeln

der Athleten war. Dies war ganz wesentlich, da der Zuckergehalt den Läufern dabei hilft, die vollständige

Erschöpfung zu vermeiden, die eng mit dem Marathonlauf verbunden ist. Wenn wiederum zu viel Zucker

aufgenommen wird, kann dies zu Magenschmerzen führen, sodass der Läufer aus dem Tritt kommt.

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Der nächste Schritt zur Optimierung für den Wettkampftag brachte uns in die bewaldete

Umgebung des 21 Kilometer nördlich von Mailand gelegenen Autodromo Nazionale Monza,

wo die erste Simulation über die Halbmarathon-Distanz durchgeführt werden sollte. Auch der

zweistündige Marathonversuch wird an diesem Ort absolviert. Die Streckenführung von Monza

mit ihren sanften Kurven sowie die klimatischen Verhältnisse im Norden Italiens machen die

Rennstrecke zu einem optimalen Standort für den Marathonversuch. Bei der Testveranstaltung

über die Halbmarathon-Distanz sollte nicht die Fitness der Athleten überprüft werden. Vielmehr

sollte der Test zeigen, wie das Breaking2-Team den Breaking2-Versuch logistisch managen

wird. Das Team bat die Athleten, in einem 60-minütigen Halbmarathon-Tempo zu laufen.

Bei dem Probelauf wurden kleinere Änderungen getestet. So nahm Eliud Kipchoge statt

eines Rote-Beete-Safts einen Rote-Beete-Riegel mit Kohlenhydraten als Mahlzeit vor dem

Lauf zu sich. Ferner wurden der Temperaturgradient sowie, natürlich, die Schuhe und die

Bekleidung getestet.

All diese Daten wurden bereits früher einmal gesammelt, aber noch nie von Athleten dieses

Kalibers und mit der Absicht, eine derartige Grenzmarke zu durchbrechen. Ob es uns gelingen

wird, die Zwei-Stunden-Grenze zu brechen oder nicht, wir befinden uns bereits auf absolutem

Neuland. Neuland, das allen Athleten helfen wird, die wissen möchten, welche Schritte als

nächstes auf sie warten.

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Am Tag des Laufs setzen wir alle gewonnenen Erkenntnisse in

die Praxis um. Wir nutzen eine dynamische Formation mit Pacern,

sodass der Luftwiderstand für unsere Athleten reduziert wird. Ferner sorgen wir

dafür, dass die Athleten das Maß an Hydrierung erhalten, das für sie ganz

individuell perfektioniert wurde. Außerdem haben wir natürlich einen Schuh

entwickelt – den Nike Zoom Vaporfly Elite –, der so konzipiert ist,

dass jeder Vorteil in einen Leistungszugewinn umgewandelt wird.

Breaking2 ist nicht nur ein Lauf und auch keineswegs ein Experiment.

Es handelt sichum ein Modell dafür, wie weit wir unsere Geschwindigkeit

steigern können, wenn sich innovative Wissenschaft mit unbeirrter

Leidenschaft und festem Engagement für das Ziel verbindet.

Nach jahrelanger Forschung und Entwicklung macht Breaking2

erstmalig ein System bahnbrechender Innovationen verfügbar, die jeden

Läufer in die Lage versetzen können, sein Potenzial zu steigern.

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