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“I’m Addicted To Winning”

Carli Lloyd erzählt: "Ich bin süchtig nach Siegen."

"Ich hatte einen Traum. Noch bevor ich eigentlich wusste, was er bedeutet: Ich wollte für mein Land spielen.

Ich habe mich über das U-21-Team bis hinauf in die Nationalmannschaft und dort in die Startaufstellung gekämpft. 2007 wurde ich im Team um den internationalen Titel und 2008 im olympischen Team aufgestellt. Ich schoss sogar den Siegtreffer im Finale. Goldmedaille! Siegerparade auf einem Feuerwehrauto! Meine Lokalzeitung nannte mich das "GOLDEN GIRL"! Ich hatte sogar die Möglichkeit, das alles sacken zu lassen und mich beinahe ein wenig zu entspannen.

Und dann – ich werde das nie vergessen – ging ich einige Tage später in meinen Trainingsraum im Keller und sah, was mein Trainier James Galanis, auf die Tafel neben dem Laufband geschrieben hatte: DIE OLYMPISCHEN SPIELE SIND VERGANGENHEIT.

“I’m Addicted To Winning”

Wer jetzt denkt, das hat etwas mit Motivation zu tun, der hat keine Ahnung.

Oder er kennt meine Story nicht. Ein Jahr später klingelte mein Telefon und der Name unserer Nationaltrainerin erschien auf dem Display. Ich freute mich auf gute Nachrichten, doch stattdessen teilte sie mir mit, dass mein Vertrag nicht verlängert werde. Sie sagte, ich müsse einfach besser sein und mich noch beweisen. Ich war in Tränen aufgelöst. All meine Fortschritte, all die harte Arbeit. Und jetzt sollte ich draußen sein? Ich rief sofort James an und erzählte ihm, was passiert war. Seine Reaktion? "OK. Dann trainieren wir jetzt 10 Mal härter. Du musst dich noch mehr reinhängen und zeigen, dass dir nichts anderes wichtig ist." Also haben wir 10 Mal härter trainiert.

Ich trainierte jetzt zwei Mal am Tag. Das war neu für mich und es war HART! Morgens hatte ich Techniktraining, dann ging ich nach Hause und machte eine Pause. Abends folgte das Athletiktraining. Das ging viele Wochen so, bevor ich ins Trainingscamp kam. Mein erstes Camp seit langem. Ich erinnere mich, dass die Trainerin sehr zufrieden mit mir war. Nach drei Tagen im Camp lobte sie mich und meinte, ich mache einen fitten, konzentrierten Eindruck und dass sie mir einen Vertrag für dieses Jahr geben werde. Darum erzähle ich diese Geschichte: Die Leute sehen nur den Hattrick von 2015, aber sie wissen nicht, wie viele Opfer und wieviel harte Arbeit dahinter steckt.

“I’m Addicted To Winning”
“I’m Addicted To Winning”

Ich erinnere mich an den Morgen vor dem Finale 2015. Wir fuhren mit dem Bus zum Spiel und draußen standen mehr amerikanische Fans, als ich je in meinem Leben gesehen hatte. Als wir auf den Platz traten, war jede Angst wie weggeblasen. Ich war die Ruhe selbst und hatte keine Zweifel mehr. Alles, was ich wollte, war der Ball. Ich war bereit. Als Megan [Rapinoe] mir den Ball zuspielte, reagierte ich völlig instinktiv. Das hatte ich hunderte Male ohne Zuschauer getan: Ich traf den Ball mit der Fußaußenseite und katapultierte ihn ins Netz. Eins zu Null im Finale! Zwei Minuten später … Na ja, was soll ich sagen? Eine der gegnerischen Verteidigerinnen machte einen Fehler und irgendwie landete der Ball auf meinem Fuß. Zwei zu Null im Finale!

Und dann kam die Krönung: Mein Heber. Was ich dabei gedacht habe? Kennst du das Gefühl, wenn du als Kind auf den Platz kommst und dein Trainer hat die Bälle auf dem Platz verteilt. Du siehst einen im Mittelfeld liegen und denkst nur: "Den würde ich am liebsten direkt von der Linie ins Tor hauen. Was soll's …" Nun, beim Finale war es ähnlich. Ich bekam den Ball in der eigenen Hälfte zugespielt, dribbelte Richtung Tor, blickte auf, um zu sehen, wo die Torhüterin stand und dachte: "Lass mich den einfach von der Linie ins Tor hauen. Was soll's …" Und ich schoss. Nur dass es diesmal halt das Finale war. Das war vor vier Jahren. Und heute stehe ich wieder hier. Der Kampf beginnt von vorne.
Aber ganz ehrlich? Ich hätte es nicht anders gewollt.


DER LETZTE TITEL IST VERGANGENHEIT."

“I’m Addicted To Winning”

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