In guter Gesellschaft:

Hoops Abuelas

Seit fast sieben Jahrzehnten zieht sich eine Gruppe außergewöhnlicher Frauen ihre knallgelben Trikots an und wirft riesige Schatten auf den Basketballcourt. Sie sind sehr stolz auf ihre Heimatstadt Orizaba, die zu den mexikanischen Pueblos Mágicos, also den "magischen Ortschaften", gehört. Abgesehen von ihrer üppigen, gebirgigen Landschaft, den filmreifen Nebelschwaden und der lebendigen Architektur in Rosa und Limettengrün ist Orizaba die Heimat des Teams Carta Blanca, das eine ganz eigene, besondere Magie besitzt.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1952 widersetzen sich die Spielerinnen von Carta Blanca den Klischees von Frauen im Sport. Adela Ochoa Garcia, athletisch und mit kurzem, weißem Haar, ist seit dem allerersten Tag dabei – das ist über 67 Jahre her. Sie erinnert sich an eine Zeit, in der es sich für Frauen nicht schickte, Shorts zu tragen oder Fahrrad zu fahren – geschweige denn, den Adrenalinschub zu erleben, der einen packt, wenn der Basketball durch das Netz zischt. Aber dieses Spiel gibt einem so viel zurück, dass sich die Mühe lohnt, Hindernisse zu überwinden.

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Ich renne und gebe alles. So viel, dass ich über mich selbst staune. Mein ganzer Stress fällt von mir ab. Basketball entspannt mich.

María Lourdes Mora Jiménez, Nr. 8

Was bedeutet es für dich, Teil des Carta Blanca-Teams zu sein?

Olga Irma Arey Islas, Nr. 5: Basketball vereint uns und wir wachsen jeden Tag mehr zusammen. Auch wenn wir bei einem Spiel oder auf dem Court wütend werden, sind wir letztlich ein Team und unterstützen uns gegenseitig. So, wie wir es schon immer gemacht haben. Zu wissen, dass jemand für mich da ist und sich um mich kümmert, ist ein unglaublich beruhigendes Gefühl.

Cecilia Garcia Luna, Nr. 10: Wir kennen uns schon lange. Ich bin so froh, hier zu sein. Und ich bin sehr stolz auf meine Mitspielerinnen, dass wir immer noch aktiv sind. Ich hoffe, wir können noch lange weitermachen.

María de los Angeles Bautista Ruiz, Nr. 4: Es geht um Gemeinschaft und Verbundenheit. Mit dem Team zusammen zu sein macht einfach Spaß.

Verratet ihr uns die Spitznamen eurer Mitspielerinnen?

Olga Irma Arey Islas, Nr. 5, alias "The Cricket"

Aracely Rodríguez Vivas, Nr. 9: Meine Teamkollegin Olga wurde schon immer "The Cricket" (die Grille) genannt.

Olga Irma Arey Islas, Nr. 5: Weil alle immer gesagt haben, dass ich so dünn sei, dass ich in eine Streichholzschachtel passen könnte.
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Aracely Rodríguez Vivas, Nr. 9, alias "The Artist"

Olga Irma Arey Islas, Nr. 5: Wir gaben Aracely den Spitznamen "The Artist" (die Künstlerin), weil sie nach dem Duschen immer top gestylt mit frisierten Haaren und geschminkt rauskommt.

Guadalupe Morales Quirazco, Nr. 6: Wir sagen immer: 'Hier kommt die Künstlerin'.
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Maria Gisela Limon Ortiz, Nr. 4, alias "The Beep Beep"

Maria Antonia Villegas Garcia, Nr. 13: Wir nennen sie "la Beep Beep", weil sie wirklich schnell ist.

Welche Seite von euch zeigt sich beim Basketball, die sonst nie zum Vorschein kommen würde?

María Lourdes Mora Jiménez, Nr. 8: Ich renne und gebe alles. So viel, dass ich über mich selbst staune. Mein ganzer Stress fällt von mir ab. Basketball entspannt mich.

Was sind eure Spezialwürfe?

María de los Angeles Bautista Ruiz, Nr. 19: Ich bin ziemlich schnell, daher spiele ich als Forward. Meine typischen Shots sind Korbleger und Würfe aus der Mitte.

Guadalupe Morales Quirazco, Nr. 6: Ich gehe auch gerne direkt unter den Korb zum Werfen.

Maria Elena Miron Herrera, Nr. 13: Ich bin Forward und meine Spezialität sind Korb- und Freiwürfe.

Maria Gisela Limon Ortiz, Nr. 4: Ich mache Würfe aus der Mitte.

Georgina Silva Villegas, Nr. 16: Meine Spezialität sind Drei-Punkt-Würfe und Würfe aus der Mitte.

Was macht ihr zusammen, wie verbringt ihr eure Zeit, wenn ihr nicht Basketball spielt?

Guadalupe Morales Quirazco, Nr. 6: Ich liebe alle meine Mitspielerinnen, wir unterstützen uns gegenseitig bei allem. Wir nutzen jede Gelegenheit, um uns zu sehen– wenn's geht, täglich. Es ist schön, sich mit ihnen zu treffen.

Olga Irma Arey Islas, Nr. 5: Conchita war vor ein paar Tagen krank, und auch Toña war verletzt und es ging ihr nicht gut. Wir sind vielleicht nicht physisch zusammen, aber wir kommunizieren immer über WhatsApp oder telefonieren. So oder so unterstützen wir uns immer und sind füreinander da.

Bringt uns einen Anfeuerungsruf bei!

In den letzten sieben Jahrzehnten hat sich die Einstellung gegenüber Frauen im Sport positiv gewandelt, aber der Anblick einer abuela (Spanisch für "Oma"), die aus sechs Metern Entfernung einen Korbwurf versenkt, ist immer noch revolutionär. Welche bleibenden Einflüsse werden sie im Basketball hinterlassen? Lulu hofft, dass Carta Blanca Menschen jeden Alters motivieren wird, aktiv zu werden: "Sport bedeutet Gesundheit, Freundschaft, Gemeinschaft", sagt sie.

Es scheint zu funktionieren: Am Spieltag kommen die Ehemänner, Kinder, Enkelkinder, Nichten und Neffen der Spielerinnen zusammen, um ihre Heldinnen anzufeuern, und nach dem Schlusspfiff werfen alle gemeinsam noch ein paar Körbe.

 

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